Geographische Lage
Albanien ist ein Land in Südosteuropa, im Westen der Balkanhalbinsel
mit den geographischen Koordinaten: 39 16° östlicher
Breite und 42 39° nördlicher Breite. Albanien liegt ungefähr
in der Mitte zwischen dem Äquator und dem Nordpol und hat
eine Fläche von 28.748 km2. Die Länge der Grenzen der
Republik Albaniens beträgt 1094 km; 657 km grenzen an die
Nachbarstaaten, 316 km grenzen an das Mittelmeer, 48 km grenzen
an Flüsse und 73 km grenzen an Seen. Die Republik Albanien
grenzt im Norden und Nordosten an Kosovo und Montenegro, im Osten
an Mazedonien und im Süden und Südosten an Griechenland.
Im Westen grenzt Albanien an die Adria und die Ionische See. Die
durchschnittliche Höhe Albaniens liegt bei 708 m. Albanien
gehört zu der humiden sub-tropischen Zone der nördlichen
Hemisphäre, zur Klimazone des Mittelmeeres.
Klima
Küstenregionen: zentrales Mittelmeerklima, milde und feuchte
Winter, heiße und trockene Sommer
Bergregionen: zentrales Kontinentalklima, kalte und wilde Winter,
feuchte Sommer
Relief
Tiefland – Westalbanien, Ebene - Ostalbanien
Gebirge – Nordalbanien, der höchste Punkt – Korabi
Berg (2.753 m)
Bevölkerung
3.135 Mio (1. Januar 2005, Quelle: INSTAT)
95% Albaner, 3% Griechen und 2% andere
Hauptstadt
Tirana (seit 1920)
Andere wichtige Städte
Durres, Vlora, Saranda, Shkodra, Berat, Korca, Gjirokastra, Elbasan
Offizielle Sprache
Albanisch
Albanisch ist eine indioeuropäische Sprache und stellt einen
eigenen Sprachzweig in dieser Familie dar aufgrund ihrer Eigenart.
Der griechische Geograph Ptholemeous beobachtete die Existenz
der Albaner und ihrer Sprache bereits im 2. Jahrhundert nach Christus.
Der Name „Shqiperi“ (Albanien) ersetzte den „alten”
Namen „Arberi” (oder Arbani) am Ende des 17. Jahrhunderts
aufgrund der neuen historischen Bedingungen und spielte mit der
Verbindung des Volksgedankens und der Nutzung der albanischen
Sprache, die zu jener Zeit schon „Shqip“ genannt wurde,
eine wichtige Rolle. Das Albanische (in Wort und Schrift) wird
auch in Teilen Montenegros, Serbiens und Mazedoniens, überall
dort, wo ethnische Albaner leben, gesprochen.
Historischer Hintergrund
Das Territorium Albaniens ist seit der Antike bewohnt. Spuren
von Siedlungsvorkommen aus der Periode der späten Altsteinzeit
(vor 100.000 – 10.000 Jahren) wurden in Xare gefunden, sowie
in der Höhle der heiligen Marina in Saranda.
Die Albaner sind direkte Nachfahren der Illyrier. Das Siedlungsgebiet
der illyrischen Volksstämme erstreckte sich über den
gesamten Westen des Balkans, mit den Flüssen Sava und Danub
im Norden, den Flüssen Morava und Vardar im Osten (die Grenze
mit Thraken) und der Bergkette Pindi im Süden und Südosten
(die Grenzen mit den Griechen und den Mazedoniern), die die Grenzen
des Gebietes bildeten. Mit der Auflösung des römischen
Reiches im Jahre 395 nach Christus, blieben die Illyrier unter
byzantinischer Herrschaft. In der folgenden Zeit erlitten die
Illyrier Invasionen seitens vieler barbarischer Stämme, wie
den Gothen, den Avaren usw. Während der Zeit zwischen dem
4. bis 6. Jahrhundert, drangen die Slawen in den nördlichen
und östlichen Teil Illyriens, sowie nach Mazedonien, ein.
Diese Teile wurden im Laufe der Zeit eingegliedert.
Mit der osmanischen Invasion (14. Jahrhundert) etablierte sich
ein militärisch feudales System in Arberie (Albanien). Die
zunehmenden Aufstände der albanischen Prinzen bereiteten
die glorreichen Widerstände der albanischen Bevölkerung
unter der Führung des Nationalhelden Gjergj Kastrioti, bekannt
als Skanderbeg, vor. Skanderbeg schaffte einen zentralisierten
albanischen Staat (Arberien); seine Fahne wurde die Nationalfahne
Albaniens.
Das 18. Jahrhundert markiert die erfolgreiche Ära zweier
albanischer, sehr gut organisierter und sehr mächtiger, „Patriarchen“:
Das Patriarchiat der Bushallinj (mit Shkodra als Zentrum, regiert
von Karamahmut Pasha Bushatlliu); und das Patriarchiat der Ioaninna
(mit Ioaninna als Zentrum, regiert von Ali Pashe Tepelena). Der
Höhepunkt des Kampfes um Unabhängigkeit und nationaler
Identität wurde mit der albanischen Renaissancebewegung erreicht,
die 1830 begann.
1878 war diese Bewegung sehr gut organisiert unter dem Bündnis
von Prizren, welche als erste militärische und politische
Führung der albanischen Aufstände fungierte. Jedoch
wurde im selben Jahr im Berliner Kongress beschlossen, dass das
albanische Territorium aufgeteilt werden würde, zum Vorteil
der Nachbarstaaten Montenegro, Serbien und Griechenland.
Dennoch, die albanische Freiheitsbewegung wurde mit der Unabhängigkeitsproklamation
des 28. November 1912 gekrönt.
Während des 1. Weltkrieges wurde Albanien Schauplatz der
Schlachten der sich bekämpfenden Mächte und wurde von
Italien, Serbien, Montenegro, Griechenland, Frankreich und Österreich-Ungarn
eingenommen.
1920 wurde Tirana auf dem Kongress von Lushnja (eine Stadt 90
km südlich von Tirana), mit einem Konsensus aller Repräsentanten
Albaniens, zur Hauptstadt des Landes erklärt.
Am 21. Januar 1925 rief die Verfassungsversammlung Albanien zu
einer demokratischen parlamentarischen Republik aus und wählte
Ahmet Zog zum Präsidenten Albaniens. Dieser hatte jedoch
so viel Macht inne, dass die Republik als eine Presidentielle
anzusehen war.
Am 1. September 1928 erklärte die Verfassungsversammlung
Albanien zu einem demokratisch-parlamentarischen Königreich
und Ahmet Zogu zum König von Albanien. Er erhielt den königlichen
Titel „Zog I“.
Am 7. April 1939 drang das faschistische Italien in Albanien ein
und am 12. April 1939 erklärte die so genannte Verfassungsversammlung
die königliche Ära Zogus für beendet und bot die
Krone Victor Emanuel III an. Der albanische Staat blieb formell
ein konstitutioneller Königreich unter der Savoy Dynastie.
Am 29. November 1944 wurde Albanien von den Nazis befreit. Seitdem
wurde das Land vom kommunistischen Regime Enver Hoxhas regiert,
der Albanien in eine komplette Isolation führte. Am 11. Januar
1946 deklarierte die Verfassungsversammlung die albanische Volksrepublik,
als eine Form der proletarischen Diktatur, die mehr oder weniger
ein halbes Jahrhundert bestand, bis zum 29. April 1991 als das
erste pluralistische Parlament die parlamentarische Republik Albanien
ausgerief.
Politisches System
Parlamentarische Republik
Beschreibung der Fahne: Rot mit einem schwarzen zweiköpfigen
Adler in der Mitte.
Wirtschaft (Quelle: 2001 CIA Book of Facts)
Arm und rückständig im Vergleich zu europäischen
Standards durchlebt Albanien eine schwierige Transition hin zu
einer offenen Marktwirtschaft. Die Regierung hat Vorkehrungen
getroffen die Kriminalität einzuschränken und ökonomische
Aktivitäten und Handel zu beleben. Die Wirtschaft wird durch
Zahlungen aus Griechenland und Italien unterstützt. Die Landwirtschaft,
die die Hälfte des Bruttosozialproduktes erwirtschaftet,
wird zurückgehalten aus Gründen der Austrocknung vieler
Landesteile sowie dem Mangel an moderner Ausrüstung und der
geringen Größe der Grundstücke.
BSP: Kaufkraftparität - $14 Milliarden (2002 est.)
BSP - reelle Wachstumsrate: 5% (2002 est.)
BSP - Anteil der Sektoren: Landwirtschaft: 49%, Industrie: 27%,
Dienstleistungen: 24% (2002 est.)
Anteil der unter der Armutgrenze lebenden Bevölkerung: 30%
(2001 est.)
Inflationsrate (Verbraucherpreise): 6% (2002 est.)
Arbeitende Bevölkerung: 1.283 Millionen (2000 est.) (Nicht
eingeschlossen 352.000 emigrierte Arbeiter und 261.000 arbeitslose
Inländer)
Industrie: Nahrungsmittelverarbeitung, Textilien; Nutzholz, Öl,
Zement, Chemikalien, Bergbau, grundlegende Metalle, Wasserkraft
Exportwaren: Textilien und Schuhe; Asphalt, Metalle and Erzmetalle,
Rohöl; Gemüse, Obst, Tabak
Exportpartner: Italien 71%, Griechenland 12%, Deutschland 7%,
Ex-Jugoslawien 3% (2001)
Importwaren: Maschinen und Ausrüstung, Nahrungsmittel, Textilien,
Chemikalien
Importpartner: Italien 32%, Griechenland 26%, Türkei 6%,
Deutschland 6%, Bulgarien 2% (2001)
Auslandsverschuldung: $784 Millionen (2000)
Währung: Lek
(Quelle: Webseite des Albanischen Außenministeriums: http://www.mfa.gov.al/english/info.asp
)